Wasterkingen, Ansicht vom Bisig

Bettina Solci und Norman Stilli, 5b, 2010
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Wasterkingen im Mai 2010 (oben) und anfangs des 20. Jahrhunderts (unten).
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Im 19. Jahrhundert lebten die Bewohner von Wasterkingen hauptsächlich von der Landwirtschaft. Jedoch sanken die Einkünfte Lohn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten ging zurück, und immer mehr Waren wurden billig aus dem Ausland importiert. Dazu kamen Schickslaschläge im 19. und anfangs 20. Jahrhundert als viele Häuser komplet abbrannten. Manche Einwohner zogen deshalb in die Städte. Nach 1910 verringerte sich deshalb die Einwohnerzahl.

Erst ab 1960 beginnt sie wieder zu steigen: Es entstanden nämlich durch die Eröffnung des Kieswerkes neue Arbeitsplätze. Durch eine Buslinie zur Eisenbahn wurde Wasterkingen an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen, und auch der Privatverkehr wurde erschwinglich. Arbeits- und Wohnort konnten dadurch getrennt werden, der Trend in der Bevölkerungsentwicklung kehrte sich um: Viele zogen vermehrt in die ländlichen Regionen. Allerdings stieg die Zahl der Zuwanderer eher langsam, da Wasterkingen eine Randregion ist und nicht direkt an die Bahnlinie angeschlossen ist, wie z.B. Rafz oder Eglisau.

In den Bildern ist die Zunahme der Wohnbevölkerung an Neubauten (oben rechts, oben links und unten Mitte) zu erkennen. Auch sieht man, dass der Lebensstandard gestiegen ist, da viele Häuser renoviert oder umgebaut wurden. Viele Obstbäume wurden abgeholzt, um Platz für Siedlungen zu schaffen.

Unten wird die Bevölkerungsentwicklung von Wasterkingen von 1850 bis 2010 gezeigt. Zu beachten ist, dass die y-Achse nicht bei Null beginnt sondern bei 40%. Die Anzahl der Bewohner von 1850 gilt als 100%. Bis 1870 nimmt die Einwohnerzahl zu, nach 1870 stark ab und beginnt nach einem Minimum um 1960 wiederzu steigen.
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Bevölkerungsentwicklung von Wasterkingen von 1850 bis 2009


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Bevölkerungsentwicklung von Wasterkingen, Bülach und Zürich von 1850 bis 2009

Zürich

Durch die Industrialisierung, die in den grossen Städten wie in Zürich zuerst stattfindet, werden sehr viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Menschen zogen dorthin, wo sie Arbeit fanden. Ab 1960 ermöglichen es die erschwinglich gewordenen Automobile und der verbesserte öffentliche Verkehr, wieder in ländlichere Regionen zu ziehen und trotzdem in der Stadt zu arbeiten. Steigende Mietpreise geben ebenfalls einen Anstoss, aus der Stadt zu ziehen. Die Menschen beginnen zwischen Arbeitsort und Wohnort zu pendeln.

Bülach

Die Entwicklungen bis 1950 zeigen ein normales Wachstum der Stadt. Ab 1950 wirkt sich die Abwanderung aus Zürich aus. Bülach erfährt so einen starken Anstieg der Bevölkerungszahl. Derzeit herrscht in Bülach ein eigentlicher Bauboom im Gebiet Bülach-Süd. In den letzten Jahren sind dort besonders viele Wohnungen entstanden, die ein rasches Wachsen der Bevölkerungszahl ermöglichen.

Wasterkingen

Im Vergleich zu Bülach und Zürich sind die Veränderungen bei Wasterkingen prozentual kleiner. Wasterkingen liegt in einer Randregion und ist als ländlicher Ort erst seit etwa 15 Jahren ans Netz der öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen. Ebenfalls ist es relativ weit weg entfernt von Zürich, und ist für Pendler weniger attraktiv als zum Beispiel Bülach.