Eglisau

Jürg Alean, Februar 2009
Das Bild ist besonders reichhaltig, da man wegen des erhöhten Kamerastandorts besonders viele Dorfteile gut erkennen kann.

Bildvergleich 1919-2008

Bild 1919 aus: F. Lamprecht & M. König, «Eglisau: Geschichte der Brückenstadt am Rhein», Chronos, Bild 2090: Alean

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Auswertung

Die Zahlen beziehen sich auf die Eintragungen im Zonenplan und dem Bild weiter unten auf dieser Seite.
  1. Kirche und „Städtchen Eglisau“ (Kernzone A) sind weitgehend unverändert, gut erkennbar an den hohen Giebelhäusern, die als Häuerzeilen parallel zum Rhein und entlang der (im Bild sichtbaren) Ober- und Untergasse angeordnet sind. Alle diese Gebäude stehen heute unter Schutz und äusserlich kaum verändert werden.
  2. Die alte gedeckte Rheinbrücke als Verbindung zum südlichen Ortsteil Seglingen musste beim Aufstau des Rheins als Folge des Kraftwerkbaus in Eglisau-Rheinsfelden abgebrochen werden.
  3. Gut sichtbar ist an den Pfeilern der Strassenbrücke der durch den Kraftwerksbau verursachte Anstieg des Wasserspiegels.
  4. Auffällig sind im Bildvordergrund die neu entstandenen Mehrfamilienhäuser in der Kernzone C und Wohnzone C (2 Geschosse). 1910 wurde diese Zone nur landwirtschaftlich genutzt, in Ortsnähe typischerweise auch mit Obstbäumen. Eine bedeutende Überbauung ist ganz unten links (oranges Absperrband) im Gang.
  5. In der Kernzone B wenig bauliche Veränderungen. Die meisten, zum Teil sehr alten Häuser wurden aber renoviert und dadurch aufgewertet (z.B. besser sichtbarer „Riegel“ an Hauswand, neue Dachlukarne).
  6. Grosse Teile des Südhangs im Bildvordergrund wurden schon 1910 als Rebberg genutzt, doch gab es noch Ackerflächen (rechts unten). Diese wurden inzwischen ebenfalls zu Rebbergen umgenutzt. Der Hang ist Freihaltezone.
  7. Die Erweiterung der Siedlungsfläche im Nordosten Eglisaus (Ortsteil Wiler, rechts ausserhalb des Bilds) erforderte die Erschliessung durch weitere Strassen. Eine davon ist rechts unten (hinter den winterlich laubfreien Bäumen); 1910 gab es hier nicht einmal einen Fussweg.
  8. In den letzten Jahren wurde der Nordhang westlich der Rheinbrücke mit Einfamilienhäusern überbaut (Wohnzone C, 2 Geschosse). 1919 gab es hier noch kein einziges Haus. Wegen des steilen Geländes wäre dese Zone weniger gut für den Bau von Mehrfamilienhäusern geeignet.
  9. Bautätigkeit äussert sich trotz der grossen Distanz von der Kamera in den zwei Kranen. Das flache Gelände auf der Terrasse über dem Rhein und grosse Baulandreserven ermöglichen den Bau von Mehrfamilienhäusern in diesem Teil der Wohnzone A, 2 Geschosse.
  10. Bahnanschluss, flaches Gelände und für Wohnzonen eher schattige Lage am Nordfuss des Laubbergs (links oben im Bild) führten zur Ausscheidung dieser Industriezonen (B und C). Erkennbar sind die Kamine sowie etwas Dampf aus den Anlagen der Mineralwasserfabrik. 1910 gab es hier lediglich offene Wiesen oder Äcker und einzelne Bauernhäuser.
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Satellitenbild

Die blauen Linien verdeutlichen den Bildausschnitt